Alkoholkonsum des Sohnes oder der Tochter

Inhalt

Warnsignale erkennen, richtig handeln

Es gibt Warnsignale, auf die Eltern unbedingt reagieren sollten, insbesondere Alkoholkonsum im jungen Alter, häufiger Konsum und Alkoholräusche. 

Wichtig ist, nicht nur den Alkoholkonsum anzusprechen. Schauen Sie auch genau hin, wie es Ihrem Kind allgemein geht. Es gibt verschiedene Massnahmen, die helfen können, die Situation zu verbessern. Unter Umständen ist es angezeigt, sich Unterstützung zu holen.

Ein Vater ist verunsichert:

«Unser Sohn (17) ist nun drei Mal innert ein paar Wochen betrunken vom Ausgang nach Hause gekommen. Wir haben mit ihm gesprochen. Er hat uns versprochen, dass das nicht mehr vorkommen werde. Trotzdem ist er gestern (Samstag) wieder stark angetrunken nach Hause gekommen. Was sollen wir tun?»

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Unsere Empfehlung

Fragen Sie Ihren Sohn, warum er sein Versprechen nicht einhalten konnte. Wie kam es zu diesem Rausch? Wurde er zum Trinken gedrängt? Wollte er den anderen beweisen, dass er mithalten kann? Oder hat er einen Rausch gesucht? (vgl. auch «Warum trinken Jugendliche Alkohol?») 

Besprechen Sie mit Ihrem Sohn, was in seinem Alter an Alkoholkonsum «drin liegt» und was nicht («Empfehlungen nach Alter»). Erklären Sie ihm, was Sie von ihm erwarten, wenn Sie ihm erlauben, in den Ausgang zu gehen. Sagen Sie ihm: Wenn er sich betrinkt, können Sie ihm nicht mehr die Freiheit gewähren, so oft in den Ausgang zu gehen.

Wann sollten Sie als Mutter oder als Vater unbedingt reagieren?

Sie sollten unbedingt reagieren, wenn Ihr Kind schon im jungen Alter Alkohol trinkt, aber auch, wenn Ihr Kind regelmässig trinkt, Alkoholräusche hat, in unangemessenen Situationen trinkt (vor der Schule, vor Teilnahme am Strassenverkehr, Konsum allein) oder wegen des Alkoholkonsums Probleme (Gewalt, Unfall o.a.) erlebt hat.

Denken Sie immer daran: Das Verhalten des Kindes ist das Problem. Nicht das Kind als Person! Diese Perspektive hat einen Einfluss darauf, wie Sie reagieren werden.

Wenn Ihr Kind einen Alkoholrausch hat

Suchen Sie das Gespräch erst am folgenden Tag, wenn der Rausch vorbei ist. Bei schwerer Alkoholisiertheit ist u.U. medizinische Hilfe notwendig.

Wie geht es Ihrem Kind?

Vater spricht mit seinem Kind

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Alkoholkonsum. Aber schauen Sie unbedingt auch hin, wie es dem Kind allgemein geht. Wenn jemand problematisch Alkohol trinkt, sind oft auch andere Dinge im Ungleichgewicht: «Wie geht es Ihrem Kind? Wie geht es ihm in der Schule oder in der Lehre? Wie läuft es im Freundeskreis? Hat es viel Stress? Liebeskummer? Ängste?»

Sagen Sie Ihrem Kind, was Ihnen Sorgen macht. Beschreiben Sie, was Sie beobachten. Fragen Sie Ihr Kind, wie es die Situation einschätzt. Besprechen Sie zusammen, was los ist, was vorgefallen ist.

Begleiten, nicht verurteilen

Erklären Sie Ihrem Kind Ihre Rolle und Ihre Haltung: Sie wollen begleiten, reagieren und nachfragen, sie wollen nicht verurteilen oder anklagen. Halten Sie also keine Predigten. Bestrafen Sie Ihr Kind nicht mit Schweigen und Liebesentzug. Machen Sie keine Vorwürfe. Sie wollen sich versichern, dass Ihr Kind gesund und unbeschadet gross werden kann und dies setzt Dialog, Beziehung und Interesse voraus.

Regeln, Strafen und Verbote

Mutter spricht mit ihrer Tochter

Besprechen Sie mit Ihrem Kind (nochmals) die Regeln, die für das Ausgehen und den Alkoholkonsum gelten [«Regeln»]. Falls sich Ihr Kind nicht an die Abmachungen hält: Schränken Sie auch Freiheiten ein, die Sie Ihrem Kind gewährt haben.

Denken Sie auch daran: Lang dauernde Strafen (z.B. ein Monat kein Ausgang) und Generalverbote (z.B. die Kollegen nicht mehr zu treffen) führen ins Leere und bringen nicht die gewünschte Wirkung.

Sich gemeinsam informieren

Versichern Sie sich, ob Ihr Kind die Risiken von Alkoholkonsum kennt. Informieren Sie sich gemeinsam.

Ziele bestimmen, bei Bedarf Hilfe holen

Was ist das Ziel? Wie lässt es sich erreichen? Je nach Alter und Situation des Kindes werden Ziele und Wege unterschiedlich sein. In vielen Situationen können Eltern und Kinder die Situation gemeinsam verbessern. Aber zögern Sie nicht, sich Unterstützung von einer Fachstelle zu holen. Wenn sich die Situation nicht in nützlicher Zeit bessert: Lassen Sie sich beraten, allein oder gemeinsam mit dem/der Jugendlichen.

Die Pubertät: Eine anspruchsvolle Zeit

Es ist normal, dass sich Eltern in einer so bewegten Zeit wie der Pubertät zeitweilig überfordert fühlen. Manche Verletzungen von Regeln sind für Eltern eine grosse Herausforderung. Informationen zu Handlungsmöglichkeiten in schwierigen Erziehungssituationen finden Sie hier:

Patronat
Quelle/n
Autor/-in
Sabine Dobler
Revisor/-in
Silvia Steiner

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